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20. September: Ein Tag für die Kinder!

Immer mehr rückt auch die Förderung des Wohlergehens von Säuglingen und Kleinkindern in den Fokus. Ein Beitrag von Katharina Hager MSc.

Einmal im Jahr stehen Kinder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Anlass ist der Weltkindertag, der auf Empfehlung der Vereinten Nationen im Jahr 1954 eingeführt wurde. Ziel des Weltkindertages ist es,  die Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt zu stellen und auf ihre besonderen Rechte aufmerksam zu machen. Zunehmend rücken auch Säuglinge und Kleinkinder sowie die Unterstützung und Förderung von deren Eltern in den Blickpunkt. Doch noch nicht alle Städte und Gemeinden verfügen über eine umfassende Gesamtstrategie, wie sie Säuglinge und Kleinkinder willkommen heißen und ihren Familien unterstützend und fördernd beiseite stehen wollen.

Willkommen von Anfang an!

Kinder sollen von Anfang an gesund und glücklich aufwachsen dürfen. Um das zu gewährleisten und damit gleichzeitig auch dafür zu sorgen, dass die Kinderrechte bereits von klein an erfüllt werden, ist es wichtig, auch deren Eltern zu unterstützen. Zahlreiche empirische Studien aus ganz unterschiedlichen Forschungsdisziplinen belegen, dass der Übergang zur Familie eine herausfordernde Entwicklungsphase für alle Beteiligten ist. Größtenteils schaffen es die Eltern und Kinder selbst, die damit verbundenen stressreichen Situationen zu bewältigen, indem sie auf ihre kognitiven und emotionalen Fähigkeiten zurückgreifen. Dennoch können Unterstützungsangebote gerade an Lebensübergängen und zu kritischen Lebensereignissen auch eine Chance beinhalten, um positiven Einfluss auf die Entwicklung und das Wohlergehen der Kinder und Eltern zu nehmen.

Säuglinge, Kleinkinder und deren Familien – ein Handlungsfeld für Städte und Gemeinden

Die Förderung und Unterstützung von Säuglingen, Kleinkindern und deren Familien ist gesetzlich verankert. In vielen Städten und Gemeinden existieren auch einzelne Projekte und Initiativen. Dennoch lässt sich feststellen, dass in Deutschland aktuell die Sozialausgaben in der frühen Kindheit geringer ausfallen als in anderen OECD-Ländern. Und es ist bislang auch nur wenig evidenzbasierte Literatur auffindbar, in der die Wirksamkeit dieser kommunalen Maßnahmen und Projekte im Hinblick auf die Themenfelder Familienförderung und Kinderschutz näher beleuchtet werden.  Dem gegenüber stehen einige nationale und zahlreiche internationale wissenschaftliche Erkenntnisse, die belegen, dass es sich langfristig volkswirtschaftlich lohnen würde, so früh wie möglich Kinder und Familien zu fördern und zu unterstützen.

Kommunales Handlungskonzept Early Life Care

Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich ein kommunales Handlungskonzept Early Life Care für die Stadt Laufen im Berchtesgadener Land ausgearbeitet. Im Fokus steht der Wirkungsbereich der Städte und Gemeinden bei der Schaffung einer Willkommenskultur für Säuglinge, Kleinkinder und deren Familien. Zentrale Themenfelder dieser kommunal gesteuerten Gesamtstrategie sind der Netzwerkaufbau, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die kommunale Präventionskette rund um Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit sowie die Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit. Das kommunale Handlungskonzept Early Life Care der Stadt Laufen ist grundsätzlich auch auf andere Städte und Gemeinden mit vergleichbaren Ausgangsbedingungen übertragbar bzw. kann auch auf andere Adressatengruppen (z.B. Paare mit Kinderwunsch oder Familien mit Kindern über 3 Jahre) transferiert werden.

Der Weltkindertag ist ein guter Anlass, um nochmal besonders auf die Wichtigkeit von Konzepten zur Unterstützung von Säuglingen, Kleinkindern und deren Familien hinzuweisen. Um diese optimal zu unterstützen, sollte es eine umfassende Gesamtstrategie in jeder Stadt und Gemeinde geben, die Visionen, Grundprinzipien, Ziele, Maßnahmen und Indikatoren zur späteren Überprüfung des Erreichten umfasst. Bei diesem Prozess sollten sowohl die lokalen und/ oder regionalen Akteure aus dem Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich als auch die Familien im größtmöglichen Umfang beteiligt werden.

Literatur:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hg.) (2019). Bildung auf einen Blick 2019. OECD-Indikatoren. Verfügbar unter: https://www.bmbf.de/bmbf/de/bildung/bildungsforschung/internationale-vergleichsstudien/bildung-auf-einen-blick-oecd-bericht/bildung-auf-einen-blick-ein-bericht-der-oecd.html
  • Lösel, F. & Bender, D. (1994). Lebenstüchtig trotz schwieriger Kindheit. Psychische Widerstandsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter. In. Psychoscope, 15, 7, 14-17.
  • Salzmann, D., Lorenz, S., Sann, A., Fullerton, B., Liel, C., Schreier, A., Eickhorst, A. & Walper, S. (2019). Wie geht es Familien mit Kleinkindern in Deutschland?. Belastungen und Unterstützungsangebote am Beispiel von Familien in Armutslagen. In. Brisch, K.-H. (Hg.). Familien unter Hochstress. Beratung, Therapie und Prävention für Schwangere, Eltern und Säuglinge in Ausnahmesituationen. 177-195. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Schober, C. & Then, V. (Hg.) (2015). Praxishandbuch Social Return on Investment: Wirkung sozialer Investitionen messen. Bad Langensalza: Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart.
  • Werner (2006): What can we learn about resilience from large-scale longitudinal studies? In. Goldstein, S. & Brooks, R.b. (Hg.). Handbook of resilience in children. 91-105. New York: Springer.
Katharina Hager

Katharina Hager MSc. ist Absolventin des Universitätslehrgangs Early Life Care. Sie ist Diplom-Pädagogin, zertifizierte Elternbegleiterin und Safe-Beraterin. Seit 2020 ist sie als Familienbeauftragte in der Stadt Laufen im Landkreis Berchtesgadener Land tätig. Zusätzlich engagiert sie sich freiberuflich mit „Bärenstark im Leben“ (www.baerenstark-im-leben.com) auf verschiedenen Ebenen für Familien, Kinder und Jugendliche im Rupertiwinkel, Chiemgau und im angrenzenden Salzburg (z.B. regionaler Familienblog, Socialconsulting für Städte, Gemeinden, Unternehmen, verschiedene Vernetzungsangebote für Fachkräfte).